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 Tradition der schwäbisch-alemannischen Fastnacht

Als schwäbisch-alemannische Fastnacht wird die Fastnacht im südwestdeutschen Raum und Teilen der Nordost- und Zentralschweiz genannt. Sie wird in der Regel Fasnet oder Fasnacht bezeichnet und findet hauptsächlich auf der Straße statt. Als eigenständige Form hat sich die schwäbisch-alemannische Fastnacht erst seit dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts etabliert.

Charakteristisch ist die Vermummung aller Teilnehmer mit Masken (Larven oder Schemmen) die überwiegend aus Holz sind. Die handgefertigten Kostüme (Häs) werden nicht von Jahr zu Jahr gewechselt, sondern bleiben immer gleich. In manchen Gegenden werden die Larven und das Häs sogar über Generationen vererbt.

Auftakt zu schwäbisch-alemannischen Fasnet ist in vielen Orten traditionsgemäß der 06. Januar. Nach altem Brauch werden die Larven abgestaubt und bekommen einen Ehrenplatz im Wohnzimmer. Die närrischen Tage werden vielerorts lautstark mit Karbatschen, Fuhrmannspeitschen oder Glocken begrüßt. im oberen Neckargebiet gehen schwarz befrackte Abstauber von Haus zu Haus um die eingemotteten Narrenkleider vom Schmutz zu befreien.

 Ihren Ursprung hatte die schwäbisch-alemannische Fasnet in Festen, die dazu dienten, verderbliche Lebensmittel vor Beginn der Fastenzeit aufzubrauchen. Mit der Reformation entfiel in den reformierten Gebieten die Fastenzeit und somit wurde das Fastnachtsfest in vielen Teilen Mitteleuropas überflüssig. In einigen protestantischen Orten erhielt sich der Brauch.

 Die heutige Fasnet hat ihren Schwerpunkt in der Pflege und Bewahrung des eigenen Brauchtums, was sich auch in der Gestaltung der Larven erkennen lässt. Neben der Hexe, der wahrscheinlich populärsten Figur in der schwäbisch-alemannischen Fasnet, sind häufig Teufel, Dämonen, Tiermasken oder Phantsiemasken anzutreffen. Diese Masken haben fast immer einen Bezug zu Sagen, Bräuchen oder einschneidenden Ereignissen zu dem Ort aus dem sie kommen.

 Die Narrenrufe sind analog den traditionellen Schlachtrufen (Alaaf, Helau, Ahoi,…) entstanden. Der traditionelle Ruf der der schwäbisch-alemannischen Narren ist ein Juchzen oder Jauchzen was als spontaner Ausdruck der Freude zu deuten ist. Der bekannteste Ruf, den sich heute Maskierte und Zivilisten zurufen, ist „Narri-Narro“. Allerdings entstehen heute immer öfter individuelle Schlachtrufe, die zum Identifikationsmerkmal der einzelnen Gruppen geworden sind.

 So vielfältig wie die Tradition der schwäbisch-alemannischen Fasnet sind auch die Umzüge. Seien es Tag- oder Nachtumzüge, Umzüge durch Dörfer oder historische Altstädte, als Zuschauer oder Teilnehmer, man ist begeistert von dem bunten und mystisch anmutendem Treiben in und neben dem Gassen. Ein Besuch lohnt sich immer.

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